Posts Tagged ‘Smartphones’

5. Januar 2014

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In: Karim Geiger's Head Revision

Kommentare deaktiviert für Revision #42 – Warum HTC pleite geht

Dass es HTC, dem Smartphonehersteller, nicht gerade gut geht, ist keine weltbewegende Neuheit. Samsung verdrängt nahezu alle Konkurrenten komplett und wer keinen Rückenwind bekommt (wie z.B. LG und Motorola von Google oder Nokia von Microsoft), der hat ein echt schweres Leben. Aus diesem Grund wird es nicht mehr all zu lange dauern, bis HTC nicht mehr unter uns weilen wird. Das wäre enorm schade, da ich deren Smartphones eigentlich immer sehr bevorzugt habe, auch, wenn das HTC One ein Reinfall war.

Was macht HTC so besonders? Nun, HTC ist neben Apple die einzige Marke, die Wert auf das Äußere legt. Während Samsung, LG und co. möglichst praktische und billige Gehäuse aus Plastik bauen, priorisiert HTC hochwertigere Materialien und bessere Verarbeitung. Außerdem setzt HTC auf Innovation und überlegt sich, welche Features den Nutzern gefallen könnten. Dadurch bekommen Smartphones dann beispielsweise eine Infrarot-Fernbedienung und HTC Sense spendiert. Doch auch die inneren Werte sind HTC nicht egal. Bei den Premium-Smartphones ist stets die aktuellste Hardware verbaut.

Aber all das kostet Geld. Um das auszugleichen fährt HTC jedoch eine falsche Strategie. Während sie versuchen mit ihren High-Class-Geräten eine Konkurrenz zu Apple zu bieten, bauen sie nebenher Smartphones wie das Wildfire, welche billig in der Produktion sind und an die nicht so anspruchsvolle Kundschaft rausgehen um die High-Class-Entwicklung zu finanzieren. Ein gewaltiger Fehler.

Viele tasten sich langsam an die Smartphone-Welt heran. Oft hört man “zum Einstieg ist mir ein gutes Smartphone nicht wichtig, deswegen habe ich mir das XYZ vom Noname-Hersteller Soundso gekauft”. Viele kaufen auch als erstes Smartphone ein billiges HTC-Phone, da es.. naja.. billig ist. Die meisten Anwender sind mit diesem Billigphone aber nicht ansatzweise zufrieden, da es langsam ist, nicht genug Speicher hat, eine alte Android-Version installiert hat, der Akku nicht lange hält, etc. pp. Die Liste ist endlos weiterzuführen. In diesem Moment steht immer jemand neben einem, der ein iPhone oder ein Samsung Galaxy Sx hat, der dann sagt “ja, ich hab das Problem nicht. Meins funktioniert”. Ist ja auch ganz logisch. Er hat das Doppelte wenn nicht sogar das Dreifache dafür bezahlt. Doch das geht im Gespräch unter. Das Fazit, das diese Person dann zieht, ist: “HTC ist scheiße. Das nächste Handy wird ein Samsung.” Das Problem hierbei ist, dass der normale Anwender nicht zwischen Modell und Hersteller differenziert. Achte mal darauf, wenn du bei Gesprächen zuhörst. Wenn jemand fragt, was man für ein Handy hat, kommt als Antwort entweder “ein iPhone”, “ein Galaxy Sx” (hier wird interessanterweise differenziert), “ein Samsung”, “ein HTC” oder “ein Huawei”.

Der nächste Punkt, den HTC – aber auch Samsung – falsch machen: Es gibt unendlich viele Versionen mit unendlich vielen Features. Guckt man sich mal die Modelle an, die es allein zum HTC One gibt, dann sind das: HTC One, HTC One Vanilla, HTC One Mini, HTC One Max, HTC One SV, HTC One XL, HTC One S, HTC One V, HTC One X.. hab ich irgendeins vergessen? Kommt schon HTC. Ist das euer Ernst? Wer blickt da noch durch? Wenn du nicht gerade in einem entsprechenden Fachgeschäft arbeitest oder es nicht dein Hobby ist, alle Smartphones zu kennen, bin ich mir sicher, dass niemand, aber auch gar niemand in der Lage ist, die Smartphones einzuordnen.

Ein weiteres Problem ist HTC Sense. Die Features sind ja alle schön und gut, aber warum muss dadurch das gesamte OS verunstaltet werden, und vor allem: warum muss das ruckeln? Wenn ihr schon unbedingt ein angepasstes OS liefern müsst um ein größeres Featureset zu haben, dann macht es möglichst unabhängig vom Core-System oder bietet wenigstens die Möglichkeit das Standard-System wiederherzustellen. Das hilft erstens bei der Usability, da jeder, der schon einmal ein Android-Smartphone in der Hand hatte mit HTC klarkommen würde, andererseits auch bei der Performance sowie beim Update-Support. Ich kann mir vorstellen, dass es nicht gerade Spaß macht jedes Update komplett durchzupatchen und zu testen, damit es bei jedem Smartphone funktioniert.

Und das ist der nächste und letzte Punkt: Quality Assurance. Das, was fast nirgends gut läuft. Auch bei mir nicht. Trotzdem ist es essenziell. Was bei Apple dank Steve Jobs immer wunderbar funktioniert hat und jetzt (siehe iOS 7) sehr nachgelassen hat, ist die Qualitätssicherung. Alles, was nicht idiotensicher war und nicht zu 99% fehlerfrei und innovativ war (egal ob die Innovation jetzt geklaut wurde oder nicht), wurde eingestampft oder angepasst, bis das Endresultat nahezu perfekt war. Das funktioniert bei Samsung was die Software angeht sehr gut. Samsungs TouchWiz bietet wesentlich weniger Fehler als beispielsweise HTC Sense.

Die wichtigsten Punkte noch einmal zusammengefasst: Wenn HTC erfolg haben möchte, müssen sie die billigen Smartphones einstellen und sich ausschließlich auf Premium-Hardware konzentrieren, die Auswahl der Telefone filtern und nur vollendete Systeme anbieten, das Betriebssystem nicht zu arg entfremden und zu guter Letzt die Hard- und Software intensiv testen.

Was ist deine Meinung zu diesen Punkten? Worauf legst du bei Smartphones wert? Und was glaubst du, wie HTC in Zukunft aussehen wird?

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18. September 2013

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In: Karim Geiger's Head Revision

Kommentare deaktiviert für Podcast #02 – Über das iPhone 5s und das iPhone 5c

Johannes und ich haben nur positives Feedback zu unserem ersten Podcast bekommen und daraufhin natürlich sofort einen zweiten aufgenommen. Da das Thema gerade aktuell ist und kein Weg daran vorbei führt, haben wir uns in dem einstündigen Telefonat über Apple’s neue iPhones unterhalten, über die Strategie des Unternehmens und die Zukunftsaussichten.

Wir freuen uns, wenn dir diese Folge gefallen hat und sind natürlich immer für Anregungen und Kritik offen. Außerdem kannst du damit rechnen, dass demnächst regelmäßig ein Podcast stattfinden wird. Wann, wo und wie wird sich noch herauskristallisieren.

Direktlink zu Hearthis - Direktlink zur MP3 - Alle FolgenPodcast FeedHeadRevision auf iTunes

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9. August 2013

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In: Karim Geiger's Head Revision, WhatsApp, Whistlie.im

Kommentare deaktiviert für Revision #31 – WhatsApp und die User

Verzeih, aber ich bin gerade am lachen. Ich wurde soeben von drei Leuten angeschrieben, dass ich doch mal dieses super Whistle.im, welches jetzt überall in den Nachrichten ist und ein angeblich “sicherer” WhatsApp Konkurrent wäre, ausprobieren soll. Überall in den News wird darüber berichtet. Doch fakt ist: Das Ding ist – mal abgesehen davon, dass es die bis jetzt lächerlichste Alternative ist – genau wie alle anderen zum scheitern verurteilt. Warum das so ist und warum mir niemand glauben will, erkläre ich hier:

Die Alternative Whistle.im ist in der Tat so lächerlich, dass ich mich eigentlich schäme darüber zu berichten, weswegen ich es auch ganz kurz halten werde. Diese App- bzw. Website möchte WhatsApp durch eine sichere 2048-Bit-End-To-End-Verschlüsselung ablösen. Aber das alles kann in dem oben genannten News-Artikel nachgelesen werden. Abgesehen von den ganzen kommenden Gründen ist klar, warum Whistle.im sich nicht durchsetzen wird und morgen auch schon wieder vergessen ist: ES IST EINE WEBSITE IN EINER APP. Und das als Messenger, der auch unterwegs bei EDGE und co. verwendet werden will. Sorry. Das wars dazu.

So, warum gewinnt also WhatsApp und warum verliert ChatOn, Viber, mySMS, Whistle.im (haha :’D) und der ganze namenlose Rest? Fangen wir mit der Zielgruppe an, für die ein solcher Messenger ausgelegt ist. Du als Leser meines Blogs bist wahrscheinlich genau die Person, die nicht in diese Kategorie fällt. Zielgruppe für einen einfachen Messenger sind Personen wie deine kleine Schwester, deine Mutter oder vielleicht sogar dein Opa. Es sind normale Menschen, die keine Ahnung von Computern und Smartphones haben und allesamt entweder ein “Samsung” oder ein “HTC” besitzen*. Sie lesen das, was in der BILD steht (OMG NSA OMG PRISM) und glauben das, was in der Beschreibung einer App steht – wenn sie sie denn mal lesen. Ja, es handelt sich bei dem normalen Menschen um einen absoluten DAU. Aber das ist auch verständlich. Man kann nicht auf jedem Gebiet ein Fachmann sein. Ich bin auch ein DAU, wenn es z.B. ums Einkaufen geht. Dann nehm ich halt “die Suppe mit dem roten Logo” oder “den Käse mit den Löchern”. Dazu kommt, dass wir Menschen uns Dinge, die uns nicht interessieren, nur ein paar Tage lang merken. Wenn mir jemand sagt, dass der Käse, den ich so gerne esse Gouda heißt, dann weiß ich das in einer Woche, wenn ich das nächste mal einkaufe, nicht mehr. So ist es auch mit dem NSA “Skandal”**. Für ein paar Wochen ist es nun das schlimmste auf der Welt und im September weiß Tante Emma nicht mehr, was der Unterschied zwischen PRISM und Prison ist.

Also, fassen wir zusammen: Der 0815 Smartphone-User weiß weder, was eine End-To-End-Verschlüsselung ist, noch, was das mit einem Passwort zu tun hat. Ein Passwort ist für einen Anwender nur ein nerviges Ding, das eingegeben werden muss, damit man – falls das Handy verloren geht – seine Daten noch hat. “Und da mir das ja nie passiert, merk ich mir das Passwort auch nicht.” Ich habe es schon unzählige Male erlebt, dass jemand total hektisch zu mir gekommen ist und gefragt hat, wie denn nun das Google-Passwort ist, damit er im Play Store wieder etwas einkaufen kann. Oder der Steam-Login, weil er einen neuen Computer hat. Oder, oder, oder.

Merken wir uns: Verschlüsselung interessiert keinen und Passwörter sind nervig. Statistisch bewiesen ist, dass eine Login-Maske in einer App gut 30% der Nutzer dazu verleitet, die Anwendung noch vor der Registration zu deinstallieren. Und was ist bitte einfacher, als die App zu starten, zu warten, bis sie sich mit der Handynummer authentifiziert hat und dann direkt mit bestehenden Kontakten, die durch welche Magie auch immer in der Favoriten-Liste erscheinen, zu chatten? Nichts. Und genau das ist der Vorteil von WhatsApp.

Es ist technisch nicht möglich eine sichere Verschlüsselung ohne Passwort hinzubekommen. Technisch trifft WhatsApp also keine Schuld, dass die Verschlüsselung nicht sicher ist. Als Passwort fungiert hier also quasi die Telefonnummer und die Unique Device ID. Wer diese zwei Daten hat, kann auch genau so gut ein Passwort gesnifft haben. In meinen Augen ist WhatsApp also eben so sicher wie das Whistle.im (haha :’D) eines DAU, der als Passwort Hallo123 hat.

Aber ist ja auch egal. Zumindest für Otto Normaltexter. Der freut sich, dass er in WhatsApp all seine Kontakte hat und sich (fast) kostenlos mit ihnen unterhalten kann. Warum also zu Whistle.im (haha :’D) wechseln? Die Freunde sind doch auch bei WhatsApp. Und genau das ist der springende Punkt. Jeder ist bei WhatsApp, genau wie jeder bei Facebook ist. Und solange alternative Software nicht irgend etwas bietet, das jeden WhatsApper aus den Hipsterstiefeln kippen lässt, wird WhatsApp genau wie Facebook dominant bleiben. Dann ist es ganz egal, ob die Software von einem großen Konzern wie Google kommt oder auf jedem Samsung Smartphone vorinstalliert ist. Kennt eigentlich noch jemand dieses Google+?

tl;dr: Die Konkurrenz hat so lange keine Chance, bis sich eine einfachere, sicherere, und innovativere Alternative finden lässt. Das wird irgendwann garantiert kommen, allerdings nicht durch irgendwelche “alternativen”, die den selben Featurestand unter neuem Design bieten.

Deine Meinung zu dem Thema?

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* mal ganz am Rande: Ich verabscheue es, wenn ich jemanden frage, was er für ein Handy hat und als Antwort dann kommt “Ich hab n Samsung.” Ja geil. Ein Samsung. Jetzt weiß ich mehr. “Was hast du für einen PC?” – “Nen weißen.” ist das selbe Kaliber.

** ich bin echt überrascht, dass alle so überrascht sind. Mir war schon immer klar, dass wir überwacht werden und aus unseren Metadaten Statistiken gezogen werden. Und warum denn auch nicht? Wenn ich die NSA wäre, würde ich es nicht anders machen.

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